Website: http://www.karlheinzschreiner.at/

Hundertwasserschüler, der nie wirklich auf seinen Lehrmeister gehört hat. Seine vielfältigen Interessen umfassen Bilder, Möbel, Räume, Lampen und vieles andere, was zum Leben gehört: Schreiner ist in erster Linie ein kreativer Gestalter. Kunst ist für ihn kein Selbstzweck, sondern ein Lebensgefühl, gemalt in Farbe, in Stein gehauen, in Holz geschnitzt oder auf die Wand gezaubert als Mosaik. Bevorzugt bedient er sich dabei Materialien, die das Licht reflektieren, auch verbindet er luftige und lichte Bereiche mit dem Erdigen.

Licht, Raum und Form

„Ich will zu einer klaren Form finden, als Mensch das Kunstwerk Mensch jenseits seiner Fassade entdecken, spontane Gedanken und innere Bilder von allem Drumherum befreien, im Schutthaufen der Erfahrungen den ersten, intuitiv empfangenen Gedanken erkennen. Im Grunde will ich nichts bewirken, ich möchte einfach sein und intuitiv leben. Das lehrte und lehrt mich meine Arbeit. Es gab da keinen bestimmten Zweck, der mich bewogen hätte, mich der Kunst zu verschreiben; das war für mich mehr ein Ruf und diesen Ruf habe ich wahrgenommen. Ich kann meine Arbeit weder begründen, noch weiß ich, was sie bewirkt, sie ist ´zwecklos´. Meine Aufgabe sehe ich nur darin, das Phänomen Licht mit den Werkzeugen der Kunst zu erarbeiten, Licht und Form in ihrer Beziehung zueinander sichtbar zu machen. Es gilt zu
entdecken, durch welche Mittel man einen kleinen Raum weit wirken lässt oder wie ein ´vergessener´ Raum zu einem inspirierenden Lebensraum transformiert wird.

Vielleicht regt meine Arbeit auch andere Menschen an, ihre eigene Kreativität wahrzunehmen und mehr noch, sie bewusst einzusetzen und sie zu entwickeln, nicht nur im Kreieren und Empfänglichsein für die Kunst, sondern indem sie kreativ das tägliche Leben meistern – das würde mich sehr freuen!“

Der Schaffende ist ein Beschenkter

Für Karl Heinz Schreiner zählen die frühen Werke – „dort wo man sich auf den Weg macht“ – zu seinen wichtigsten Arbeiten. Als Beispiel führt er die Gestaltung eines großen Glasfensters bei einer Ärztin an mit dem Auftragstitel „Suchet zuerst das Königreich Gottes und alles andere wird euch hinzu gegeben werden

Da ich nicht sehr gut im Abstrahieren bin, wusste ich lange nicht wie ich solch einen Satz in Bilder umsetzen sollte. Nachdem ich mich viele Monate mit dem Nachdenken über diese Arbeit gequält hatte, gab ich auf. Völlig unerwartet kam gerade da die Idee für den Entwurf, was eine neue Erfahrung für mich war. Ich hatte den Eindruck beschenkt zu werden.
Der scheinbar Schaffende ist in Wirklichkeit der Beschenkte, der erst dorthin geführt wird, etwas
geschehen zu lassen, etwas intuitiv zu erfassen, was bislang nicht in seiner Reichweite war.

Das ist nun ein wesentlicher Aspekt meiner Arbeit. Ich sehe in meiner Tätigkeit mehr ein Hören, ein Hineinhören, ein Aufnehmen, bin mehr ein Empfangender als ein Schaffender, auch wenn beinahe hinter jedem Werk ein persönlicher Reifungsprozess steht bzw. aus einem persönlichen Reifungsprozess ein Werk entsteht“

Gemeinschaftswerk und Gesamtkunstwerk

Abgesehen von diesen frühen Werken erinnert sich der Künstler an seine Arbeit für die Multiple Sklerose Station im Krankenhaus Bad Ischl, an welcher er ca. ein halbes Jahr arbeitete. Zwei Aspekte dieser Arbeit waren für ihn von besonderer Bedeutung:
Erstens die Verantwortung gegenüber den Patienten, Heilungsimpulse in den Mosaikbildern
unverfälscht wiederzugeben und zweitens die Erfahrung des Zusammenwirkens im Spital von Freunden, Angestellten, Patienten, Anstaltsleitung und dem Architekten – wo er sich als Instrument dieses Zusammenwirkens fühlte.
„In der Einbeziehung des über das Persönliche hinausgehenden weiten kreativen Potentials
empfand ich Wert und Sinn in meiner künstlerischen Arbeit: viele Menschen waren angeregt,
sich einzubringen oder sogar direkt mitzuarbeiten. Kunst ist Sprache und Lebensgefühl, das viel tiefer unser Leben erfasst und ausdrückt, als es das Denken jemals kann. Mein Weg ist es, meine Kunst zu befreien von allem, was das Eigentliche, das Wesentliche verdeckt und die Botschaft und Inspiration jenseits des eigenen Wollens zu offenbaren. So wie ich mir als Mensch Unmittelbarkeit in der Kommunikation von Du zu Du wünsche, so wünsche ich mir als Künstler in einem Verband zu wirken, eine Art Werkstättengemeinschaft, wo Talente, Ressourcen und Erfahrungen frei ausgetauscht werden.
Am meisten aber möchte ich das Gesamtkunstwerk Mensch tiefer verstehen, obwohl das eine Kunst ist, für deren Ausschöpfung ein Menschenleben nicht ausreicht.“

Biografie

1957 in Linz geboren

Matura an der HTL für Hochbau Linz

Diplom Lehramt Germanistik – Geschichte in Wien

Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, Meisterklasse Friedensreich Hundertwasser

Seit 1986 Arbeit als freischaffender Künstler

2015-2019 Ausbildung an der Akademie für Kunsttherapie

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