Kunst zu Recht bestückt seit 2009 das Justizzentrum Wien Mitte mit Kunst. Angefangen mit 28 Ausstellenden auf 7 Stockwerken ist das Projekt 2021 mit inzwischen 109 vertretenen Kunstschaffenden auf 23 Etagen die größte von den Künstlern selbstverwaltete zeitgenössische Ausstellung Österreichs mit niederschwelligem Zugang für alle Bevölkerungsgruppen. Auf 3000 Laufmeter Schiene werden österreichische und internationale künstlerische Positionen in all ihrer Vielfalt präsentiert.

Von diesem in Österreich einzigartigen Konzept profitieren alle Seiten: KünstlerInnen, Rechtssuchende und Gerichtsbedienstete. Diese harmonische Koexistenz unterschiedlichster Lebensbereiche ist ein Vorzeigebeispiel dafür, dass sich vermeintliche Gegensätze nicht unbedingt widersprechen müssen, sondern sich im gegenseitigen Austausch im Alltag bereichern können. Diese Ausstellung zeichnet sich durch ihre besondere Sensibilität im respektvollen Umgang mit individuellen Befindlichkeiten im Gerichtsgebäude aus, wo es für Betroffene oft persönlich zugehen kann. Hier hilft die Kunst dabei, den Gerichtsalltag etwas positiver zu gestalten und aufkommende Spannungen zu mildern. Bei den ausgestellten Arbeiten werden polarisierende Themengebiete wie Religion, Akt, Brutalität, Politik, etc. bewusst vermieden.

Die beteiligten Kunstschaffenden profitieren zusätzlich von einer engen internen digitalen und analogen Vernetzung, die ihre individuellen technischen Möglichkeiten berücksichtigt.

Mit Ausnahme des Jahres 2021 fand die Einbindung hinzukommender Kunstschaffenden und deren Gemälde jährlich Mitte Januar im 7 + 8 Stock im Rahmen einer großen Vernissage statt. Um die Sichtbarkeit der Ausstellung heuer trotz COVID-19 zu gewährleisten, werden im Haus Führungen durch die Stockwerke angeboten.

Da Kunst zu Recht die Vorstellung der Künstler und Künstlerinnen besonders am Herzen liegt, wird derzeit deren mediale Präsentation verstärkt. Im Rahmen dieser öffentlichen Vorstellung ist in den kommenden Monaten eine Reihe von wöchentlich erscheinenden Artikeln in der Bezirkszeitung geplant, um die einzelnen künstlerischen Positionen näher zu beleuchten. Die online und teilweise in der Printversion erscheinenden Artikel werden anschließend in einem Sammelkatalog publiziert.

Ich freue mich über den Auftrag der Autorenschaft dieser zahlreichen Artikel!

Der Link zum Einleitungsartikel:

https://www.meinbezirk.at/landstrasse/c-regionauten-community/109-kunstschaffende-auf-23-stockwerken-im-justizzentrum-wien-mitte_a4657643?fbclid=IwAR3SX2Dr2dSP5AyrKQkC2Itq49vWEBiXADWidlHRcF4spVsJ1r1gBQVbq7o#gallery=null

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