Website: www.martin-widl.de

Experimentelle Malerei ist für mich ein ständiges Entdecken und Verwerfen, ein Werden und Vergehen, ein Suchen und Finden, sie bedeutet aber auch Scheitern, das Risiko anzunehmen, in neue Räume und räumliche Distanz einzudringen; sich frei machen von Zwängen und sich dem ungehemmten Arbeitsprozess hingeben. Eine Ausstellung von Emil Schumacher sowie Bücher über Antoni Tapies haben mich darin bestärkt, mich mit informeller Malerei zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.

Informell – Experimentell – Großformatig

Einflüsse und strukturelle Gegebenheiten aus der Natur sowie Eindrücke und Stimmungen, gepaart mit Spontanität und Experimentierfreudigkeit sind die Basis meiner Arbeitsweise. Die Inspiration dabei ist, dies als Gesamtes in den Arbeitsprozess einfließen zu lassen und im Gesamtwerk festzuhalten.

Meine Arbeiten entstehen in vielfachen Schichten, die sich in teils großflächigen Farbverläufen wiederfinden. Durch die darunter liegenden, sichtbaren Farbspuren, kann der Entstehungsprozess nachvollzogen werden.

Verschiedene Materialien wie Erde, Sand, Bitumen, Marmormehl oder Asche in einer Symbiose mit Farben und Pigmenten, werden in vielfachen Schichten aufgetragen, Überlagerungen abgetragen, Überlappungen ausgewaschen und aufgerissen, um dann erneut in den Entstehungsprozess einzusteigen. Reliefartige Hintergründe und Strukturen vermitteln dem Betrachter die Sichtweise der Räumlichkeit und verleihen den Arbeiten einen skulpturalen Charakter.

Gerade großflächige Arbeiten bieten mir eine gewisse Freiheit in den Empfindungen und Einbringung von Emotionen im prozesshaften Arbeiten. Außer mit Pinseln, Spachteln usw. arbeite ich viel mit der bloßen Hand. Dadurch entsteht eine starke Implementierung in den laufenden Arbeitsprozess und damit eine enge Bindung an das Werk.

Meine Rostarbeiten symbolisieren für mich das Thema Vergänglichkeit. Veränderung der naturellen Gegebenheiten – Rost als Symbol des Vergänglichen und zugleich Schönheit des Alters.

Es ist, gleichsam der Natur, ein Werden und Vergehen und damit wiederum ein Entstehungsprozess.

„Der Maler muss einsam sein und nachdenken über das was er sieht und mit sich selbst Zwiesprache halten, indem er die vorzüglichsten Teile aller Dinge, die er erblickt, auswählt;
er soll sich verhalten gleich einem Spiegel, der sich in alle Farben verwandelt, welche die ihm gegenübergestellten Dinge aufweisen. Und wenn er so tut, wird er wie eine zweite Natur sein.“

Leonardo DaVinci

Studienaufenthalte in Irland, Wien und Verona

Martin Widl lebt und arbeitet in Erding

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